Kerstin und Stefan allein in New Zealand

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Abenteuer Südinsel - Fortsetzung

January 31st, 2009 by Kerstin

Am nächsten Morgen ging es also weiter Richtung Süden. Der Reiseführer versprach fantastische Ausblicke am See Tekapo, so dass wir einen Umweg gern in Kauf nahmen. Offensichtlich war unser Reiseführer nicht der einzige, der den See und die dazugehörige kleine Kirche - “Church of Good Shepherd” (Kirche des guten Hirten) anpreiste. Zahlreiche Touristen versuchten sich am Postkartenfoto: Kirche im Vordergrund, See im Hintergrund. Doch genau diese vielen Menschen hinderten Stefan daran den perfekten Shot zu machen. Zu allem Unglück ;-) fand in der Kirche auch noch eine Hochzeit statt. Alles war in den Vorbereitungen und Menschen wuselten überall herum. Also warteten wir und warteten - in der Hoffnung, dass sobald die kleine Hochzeitsgesellschaft in der Kirche verschwand, der Weg frei sein würde für DAS Foto. Irrtum. Nachdem das Brautpaar die Kirche betreten und der Pastor die Türen geschlossen hatte, positionierten sich zwei Männer vor der Kirche – vermutlich um neugierige Touristen vom Betreten der Kirche abzuhalten. Also warteten wir wieder. Minuten verstrichen – ein Hoffnungsschimmer, als sich einer der beiden Männer zur Rückseite der Kirche begab, doch vergebens. Stefan’s Geduldsfaden hing am seidenen Faden und nach einigen Flüchen gab er sich letztendlich mit einem Landschaftsfoto mit der ein oder anderen Person darauf zufrieden. Danach noch einen Abstecher zum Mt. John Observatorium von wo man einen herrlichen Blick auf den sich 20 km erstreckenden türkisblauen See genießen kann.

Schließlich ging es weiter nach Süden. Unser nächster Stopp war Moeraki, wo sich die berühmten mysteriösen Boulders befinden. Es handelt sich dabei um riesige Rundfelsen, die wie “Murmeln des Teufels” aussehen. Der Maori-Legende zufolge handelt es sich um Körbe aus einem gekenterten Kanu. Tatsächlich wurden sie vor 60 Millionen Jahren auf dem Meeresboden aus Ablagerungen von Kalksalzen geformt. Nachdem Stefan die ganze Mysterie mit seiner Kamera eingefangen hatte, ging es weiter zum Shag Point. Dort warteten schon unzählige Robben darauf, von uns bewundert und natürlich fotografiert zu werden. Die Suche nach den Pinguinen blieb leider erfolglos und die recht hohe Windgeschwindigkeit verkürzte unseren Verbleib. Noch ein paar Kilometer mehr und wir erreichten Dunedin, wo wir die Weihnachtsfeiertage verbringen würden. Die Sonne hatte sich mittlerweile schon zur Ruhe begeben und wir machtenuns auf die Suche nach unserer Unterkunft – einem Holiday Park. Ohne Stadtplan, nur von weiblichen Instinkten ;-) gelitten, fanden wir zum Ziel. Am nächsten Morgen wurden wir anstatt von Sonnenstrahlen, vom Klopfen der Regentropfen gweckt. Nachdem Frühstück machten wir den Heiligabend kurzerhand zum Heiligmorgen und richteten unsere Geschenke auf dem Gabentisch an. Nachdem alles ausgepackt und bewundert wurde, machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt Dunedin’s um ein paar Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Abends machten wir uns auf den Weg zu Luba (ehemalige Kollegin von Stefan). Sie hatte uns zum Abendessen eingeladen – es gab original ungarischen Sauerkrauteintopf – traditionelles Weihnachtsessen. Nach ein paar Gläschen Wein und ein paar Runden “Spiel des Lebens” und Cluedo begaben wir uns auf den Heimweg. Wir hatten uns mit Luba und Anhang (Freundin und Kinder) für den nächsten Tag verabredet, um die Otago Halbinsel zu erkunden. Doch bevor der gemeinsame Ausflug begann, besuchten wir noch die steilste Straße der Welt!!! Die Baldwin Street hat ein Gefälle von 35%. Dort angekommen, waren wir zunbächst etwas verwundert und enttäuscht: das sollte die steilste Straße sein? Als wir uns aber an den Aufstieg machten, mussten wir zugeben, dass es doch ganz schön steil war ;-) .

Die Otago Halbinsel hat wirklich allerhand zu bieten. Zunächst machten wir uns auf den Weg zum Taiaroa Head, dem äußersten Punkt der Halbinsel. Dort befindet sich eine Albatross Kolonie, doch leider war das Centre, um die Vögel zu beobachten, geschlossen (wie fast überall: jeden Tag im Jahr geöffnet, nur an einem nicht – genau dann, wenn wir kommen, am Weihnachtsfeiertag!). Stattdessen konnten wir mehrere Robben aus nächster Nähe betrachten. Beeindruckend! Sooo schöne Tiere. Ich konnte gar nicht genug bekommen und habe sehr geduldig gewartet bis Stefan genug “Shots” im kasten hatte. Danach ging es nach einem kurzen Spaziergang zum Sandfly Beach, wo sich noch mehr Robben am Strand sonnten. Leider verhinderten diese mit ihrem Sonnenbad, dass die Pinguine nach ihrem Abendmahl wieder zurück an den Strand kamen. Wir warteten sehr geduldig, aber die Pinguine trauten sich einfach nicht :-( .

Schließlich noch einen Abstecher zum Lovers Leap mit herrlicher Aussicht. Auf dem Rückweg trennten sich unsere Wege, da wir gern nochmal unser Glück bei der Albatrosskolonie versuchen. Und wir wurde belohnt: die Königsalbatrosse mit ihrer riesigen Flügelspannweite (bis zu 3 m, größten flugfähigen Vögel) begaben sich zum Abendflug. Stefan versuchte sich an Flugfotos, während ich die Aussicht genoss. Irgendwann hatte Stefan dann genug Fotos geschossen (gibt es das überhaupt?) und wir fuhren über die Küstenstraße zurück nach Dunedin.

Am nächsten Tag stand die nächste große Fahrt über die Südspitze auf die Westseite der Südinsel an.

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Abenteuer Südinsel - erster Teil

January 23rd, 2009 by Kerstin

Am 21. Dezember sollte unser Abenteuer Südinsel beginnen. Wir waren viel zu früh am Flughafen (wie die Deutschen eben so sind) und hatten genug Zeit einzuchecken. Bei Air New Zealand geht jetzt alles automatisch und anstatt einem Menschen hat man einen Automaten vor sich, an dem man mehrere Tasten drückt und der Boarding Pass wird gedruckt. Doch auch der Fortschritt erlebt ab und an doch auch nochmal einen Rückschritt und als unsere Gepäckscheine gedruckt werden sollten, hat sich der Automat einfach abgeschalten. So ganz ohne Mensch geht es eben doch nicht und der nette Mann am Schalter hat uns dann die gewünschten Scheine ausgedruckt. Nun hieß es warten. Zufällig trafen wir meine ehemalige Kollegin und Chefin, die sich auch auf ihrem Weg nach Christchurch befand, allerdings mit einer anderen Fluglinie, die den Abflug auf einen etwas späteren Zeitpunkt verschoben hatte. Nach einem kurzen Schwätzchen, ging jeder seiner Wege. Obwohl noch reichlich Zeit war, begaben wir uns durch den Sicherheitscheck, um auch wirklich sicher zu gehen, dass wir den Flug nicht verpassen :-) Unser Pilot wollte dem anderen um nichts nachstehen und auch unser Flug verspätete sich um über eine Stunde, wobei die Flugpassagiere im Ungewissen blieben. Dann war es endlich soweit und wir platzierten uns für den etwa 1.5 stündigen Flug nach Christchurch. Die Zeit verging wie im Flug und schon war es am Piloten die üblichen Ankunftsdaten durchzugeben: Christchurch 8°C! Und das im Sommer! Zum Glück wollten wir nur für zwei Nächte in der Stadt bleiben und danach weiter gen Süden fahren. Es war mittlerweile schon fast Mitternacht und unser “Herbergsvater” wartete schon vorm Flughafen. Dankbar nahmen wir sein Angebot für ein Frühstück am nächsten Morgen an bevor wir uns ins Reich der Träume mit etwas sommerlicheren Temperaturen begaben. Am nächsten Morgen nach einem leckeren Frühstück ging es dann mit dem Bus in die City - zur Autovermietung, um das übers Internet gebuchte Auto abzuholen. Ein grüner Mazda wartete darauf zwei Wochen lang mit uns die Südinsel zu entdecken. Bei der Jungfernfahrt blinkte dann doch auch gleich ein Lämpchen auf - irgendwas mit dem Airbag. Haben nochmal angehalten und gefragt, um ganz sicher zu gehen. Das Lämpchen würde schon länger leuchten, wirkt sich aber nicht negativ auf das Fahren aus. Nun gut, dann wollen wir das mal glauben. Und dann ging es doch auch gleich los mit dem Entdecken und der erste Ausflug stand an. Das Ziel lautete Akaroa - ein kleiner historischer französischer Ort südlich von Christchurch. Wir haben natürlich nicht den direkten Weg genommen, sondern haben so viele “Lookouts” wie möglich mitgenommen. Akaroa selbst liegt in einer Bucht, hat einen schönen Hafen und viele Cafes. V.a. die Straßennamen erinnern an den französischen Ursprung. Nach der Erkundung des Ortes, einem Spaziergang am Strand und einer Stärkung in einem der Cafes, ging es wieder zurück nach Christchurch, natürlich nicht ohne Stops, damit Stefan die ganzen Idyllen “im Kasten” festhalten konnte.

Am nächsten Morgen führte uns unser Weg Richtung Dunedin, wo wir über Weihnachten verweilen wollten.

UPDATE: Hier nun endlich die ersten Fotos von unserer Suedinseltour:
Zu den Fotos. Es sind zunaechst nur die Fotos von Akaroa online. Alle weiteren folgen dann mit dem naechsten Teil unseres Berichtes.

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Neue Kamera!

April 25th, 2008 by Stefan

Nach dem unfeinen Ende meiner alten geliebten Canon (Diebstahl), brachten die lieben Eltern im Februar meine in Deutschland bestellte Nikon nach Neuseeland. Meine erste digitale Spiegelreflex! (Es ist eine D40, für Leute, die es interessiert.) Mit dieser Kamera muss man sich wirklich zusammen nehmen, damit man nicht hunderte (unnütze) Fotos auf einmal schiesst. :-) Klick, Klick, Klick, schon sind drei Fotos “im Kasten”, und dabei hatte man sich doch fest vorgenommen, das Motiv nur einmal abzulichten…

Auf dem gemeinsamen Trip mit meinen Eltern konnte ich die “kleine” auch gebührend ausführen und tausende Fotos machen. Besonders nützlich finde ich den größeren Weitwinkel des Objektivs, der für Landschaften wirklich sehr hübsch ist. Auch das Fotografieren bei höheren Empfindlichkeiten ist sehr angenehm. Fotos im schlecht beleuchteten Museum oder bei Dämmerung sind so kein Problem mehr. Kerstin muss nun ständig für Portraits herhalten, weil ich die Tiefenunschärfe testen möchte. Und natürlich immer drei/vier Aufnahmen hintereinander, jede mit unterschiedlichen Einstellungen… :-) Ja das kann schon etwas nerven! :-D
Dank neuem Stipendium kann ich mir wahrscheinlich auch bald ein besseres Objektiv dazukaufen. Hab schon einige Verdächtige im Visier, aber werd wohl noch ein wenig abwarten. Evtl. gibt es ein paar Schnäppchen bei trademe (einer Art ebay für Neuseeland). Ganz schön spannend so eine Spiegelreflex, aber auch eine mächtige Geldfalle… Das viele Zubehör macht eben süchtig. ;-)
Zu den ersten Fotos mit der neuen Nikon

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Sommer, Weihnachten, Silvester (2. Teil)

March 30th, 2008 by Stefan

Wieder ist eine Ewigkeit vergangen und nichts hat sich an unseren Berichten getan… Nun aber!
Robi nasal

Wie im ersten Teil berichtet, ging unsere Rundreise weiter nach Rotorua, der Stadt, die am besten mit vielen rollenden R’s ausspricht: Rrrrotorrrua. :-) Allein mit dem Namen hatte ich schon eine Menge Spass. Aber noch lustiger waren Danis und Robis Gesichter, als wir die Stadttore passiert hatten. Die gesamte Gegend ist berühmt für ihre Thermalquellen und dem damit einhergehenden “einzigartigen” Geruch. Kurz gesagt riecht es überall nach faulen Eiern und das manchmal wirklich erbärmlich. Unsere beiden Hauptstädter bewiesen sich als besonders empfindlich und das Jammern über den permanenten Eiergeruch nahm für mehrere Stunden kein Ende. Auch aufmunternde Gespräche über leckere Frühstückseier und Omlette zum Abendbrot wollten da nicht helfen. :-D
Schlecker!Die Stadt selbst ist wunderschön, sehr touristisch angelegt, reich an Restaurants und Entertainment. In einem europäischen Restaurant wurde zu Dinner gespeist, der Weihnachtsabend verbracht und die Geschenke-Auspackung zelebriert. Dani und Robi bekamen einen Bilderrahmen von uns und wir bekamen im Gegenzug einen Bilderrahmen von den beiden und Susi&Björn. Wie sich die Ideen ähneln! Nach kurzer Nacht (bei geschlossenem Fenster) ging es am nächsten Morgen in den Wai-O-Tapu Park, der Thermalquellen mit prächtig gefärbten Seen und allerhand “gute Luft” versprach. :-) Danis und Robis Gesichter wieder ein Traum! Die Seen sind dank der darin gelösten Sulfate in der Tat sehr farbig und haben vollmundige Namen wie “Palette der Künstler” und “Champagner-Pool”. Überall dampft und qualmt es heiß aus der Erde, was eine seltsame Atmosphäre hinterlässt.

Am nächsten Tag ließen wir Rotorua hinter uns und steuerten Lake Taupo an. Lake Taupo ist der größte Binnensee Neuseelands und Ausflugsziel für jede Menge Wassersportbegeisterte. Unser Motel war sehr schön gelegen mit Blick auf den See. Gleich nach Ankunft ging es wieder los zu den Aratiatia Rapids. Das sind keine niedlichen Häschen sondern Stromschnellen, die sich aus einem Damm ergießen. Selbiger öffnet mehrmals am Tage seine Pforten, um eine wahre Sintflut in das Talbecken zu entlassen. Aus dem Becken fließt dann das Wasser weiter und wird zu den Aratiatia Rapids. Kajakfanatiker können sich hier auch austoben, aber ist wohl eher was für professionellere Sportsmänner und -frauen. Insgesamt durchaus eine Multi-Idylle, die die hektische Anfahrt mehr als rechtfertigte.

Craters of the MoonIn den späten Nachmittagsstunden ging es noch weiter zu den Craters of the Moon, einer Art Pseudo-Mondlandschaft, aus der Thermalquellen überall aus dem Boden dampfen. An den Mond hat uns hier allerdings nichts erinnert, eher an ein römisches Schlachtfeld nach der Schlacht: überall Qualm, Stille und “gute” Gerüche. Zum Abendausklang aber ein nettes Örtchen und der Eintritt war auch recht preiswert. In Taupo selbst werden Punkt 17.00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt und die Stadt verwandelt sich von einem wuselnenden Ameisenhaufen in eine öde Geisterstadt. Kaum ein Mensch auf der Strasse, etwas beängstigend. Wir beschlossen kurzerhand ins Kino zu gehen und einen Film zu schauen.

Nächster Stop: Turangi an den Toren des Tongariro National Parks. Eine wunderschöne zum Teil alpine Steppenlandschaft, mit großen Waldflächen und mehreren großen Vulkanen in der Mitte. Leider war das Wetter eher diesig und feucht, aber wir wagten trotzdem eine kleine Wanderung durch die Weiten des Parks. Mindestens Multi-Idylle, bei schönem Wetter sicherlich Monster-Idylle. Kerstin und ich beschlossen auf jeden Fall wieder zu kommen und das ganze bei schönem Wetter zu bewandern. (Leider war das Wetter auch beim 2. Besuch nicht besser, der 3. Versuch war zumindest teilweise erfolgreich.)

Mt. EgmontEin ähnlich schöner Nationalpark ist der Taranaki National Park nahe dem etwas größeren Städtchen New Plymouth. Die Gegend wird von einem einzigen riesigen perfekt kegelförmigen Vulkan dominiert, der aus einem herrlichen Waldgebiet herausragt und zu den höchsten Erhebungen Neuseelands gehört: Mt Egmont oder Taranaki. Der Wald ist voller moosbedeckter Bäume und Sträucher und wirklich sehr schön. Kerstin hatte sogleich stolpernderweise Bekanntschaft mit den Waldboden gemacht und dabei gekonnt das weiche Moos vermieden. ;-) Aber wie immer ist nichts weiter passiert und Engelchen bleiben natürlich unverletzt. Ab und an öffnet sich das Dickicht und gibt den Blick auf den mächtigen schneebedeckten Taranaki frei. Irgendwann werden wir diesen Berg wohl noch besteigen (einer meiner Kollegen hat es schon hinter sich und fand es nicht weiter schlimm). Mit Dani und Ronny sind wir allerdings nur einen mehrstündigen Rundgang gelaufen. New Plymouth ist ein nettes Städtchen mit schöner felsiger Küstenlinie und beschaulichem Zentrum, vielleicht etwas zu ruhig für meinen Geschmack. Wir hatten eine Weile mit dem Gedanken gespielt, evtl. noch einen weiteren Tag in Plymouth zu bleiben, aber sind dann doch zurück nach Aukland gefahren, womit eine wundervolle Rundreise ihr Ende fand…

Skytower zu SilvesterNach aller Hektik und Stress des Urlaubs ;-) , beschlossen wir die letzten Tage etwas ruhiger anzugehen. Und so wurde die übrige Zeit bei ordentlich Bier, langen Abendessen und Strandbesuchen ausgefüllt. Selbst Silvester verlief recht beschaulich, der Skytower in Aucklands Zentrum “spuckte” ein wenig Feuerwerk zu Mitternacht und ein/zwei Bierchen später war auch schon alles wieder vorbei. Die Straßen leerten sich rapide und die Kneipen schlossen dementsprechend ihre Pforten. Kein Vergleich zu den Exzessen in Leipzigs Innenstadt, was zumindest ich nicht so übel fand. Keine verrückten Teenager mit einer Kiste Feuerwerk im Gepäck, keine verirrten Raketen in Kopfhöhe, keine Knaller um die Füße… Dafür Shorts, T-Shirts und Gelassenheit. Prosit Neujahr!

Zu den Bildern (Silvester)
Zu den Bildern (Plymouth, Rotorua, Tongariro)
Zu den Bildern (Taupo, Manganui, Napier)

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Sommer, Weihnachten, Silvester (1. Teil)

February 3rd, 2008 by Stefan

Lange hat er auf sich warten lassen, unser Sommerurlaubsbericht, aber hier ist er nun endlich.

Botanic GardensUnser letztes Weihnachtsfest (2006) war eher ruhiger und langweiliger Natur. Kerstin und ich waren allein und auch das sommerliche Wetter tat wenig zum Aufkommen von gemütlicher Christbaum-Atmosphäre bei. Damit dieses Weihnachten etwas aufregender wurde, kamen uns die liebe Dani mit ihrem auch sehr lieben Ronny besuchen. Beide wurden mitte Dezember herzlich am Flughafen in Empfang genommen und, nach der erfolgreichen Reklamation eines beschädigten Kofferstückes, in die nahe gelegene Unterkunft gefahren. Neben dem anstehenden Fest und der obligatorischen Auckland-Besichtigung, war außerdem noch eine ausgiebige Rundreise auf der Nordinsel Neuseelands geplant.

Mission BayWie zu erwarten waren die beiden Anreisenden die ersten Tage noch etwas schläfrig und so wurde zunächst seichtes Besichtigungsprogramm gefahren. In den Botanic Gardens wurde der erste Sonnenbrand verteilt, der später im Shakespear Regional Park dann weiter vertieft werden konnte. Ein Regentag wurde zur Besichtigung des National Museums benützt und bei einem Stadtbummel die “tolle” Auckland-ische Stadt genossen. Nach Erkundung der Arbeitsstätten von Kerstin und mir, war schließlich die Zeit heran, um die große lang ersehnte Rundreisung anzutreten.

Der Plan führte zunächst zum nördlichsten Punkt der Nordinsel: Cape Reinga. Spektakulär treffen hier die Tasmanische See und der Pazifik aufeinander, was aufgrund unterschiedlicher Gezeiten zu unsteter See und Gischtbildung vor der Küste sorgt. Direkt am Kap befindet sich ein netter Leuchtturm, der zusammen mit der umgebenden Idylle zu ausgiebigen Panorama-Aufnahmen einlädt. Da sich die vielen Idyllen bzgl. des Beeindruckungsfaktor doch stark voneinander unterscheiden, wurde kurzer Hand ein Bewertungskriterium entwickelt (Robi und ich), welches die einzelnen Idyllen besser klassifiziert:

  1. Einfache Idylle oder kurz Idylle - Sie steht für die alltäglichen Idyllen, die man hier in Neuseeland ständig zu sehen bekommt. Nach einiger Zeit sind sie nichts besonderes mehr und man kann getrost im Auto weiterschlafen, ohne die Augen unnötig anzustrengen.
  2. Doppel-Idylle - Diese Form der Idylle ist schon ein schnelles Foto aus dem Auto wert. Dennoch kein Grund extra einen Parkplatz zu finden und anzuhalten.
  3. Multi-Idylle - Ordentliche Idylle, für die man gerne einen kleinen Spaziergang in Kauf nimmt. Umfangreichere Aufnahmen mit mehreren Standortwechseln sind die Regel.
  4. Monster-Idylle - Außerordentliche Idylle, die einen lange inne halten lässt und sich nachhaltig ins Gedächtnis einbrennt. Lange Aufnahmen, womöglich mit Stativ und Gruppenfotos sind übliche Praxis.

Ja wir hatten unseren Spaß… ;-) Zugegebener Maßen wurden wir ein wenig von gewissen PC-Spielen (aus unseren früheren WG-Zeiten) beeinflusst.

New Chums BeachNach dem Cape gings weiter auf die Halbinsel Coromandel. Eine ruhige und malerische Gegend, in der in 10 Monaten des Jahres nur wenig passiert. Im Sommer zieht es dann aber unzählige urlaubshungrige Aucklander in die Gegend, um an beliebten Stränden und Restaurants für einige Platzproblemen zu sorgen. Zu erwähnen ist sicherlich einer der schönsten Strände der Welt, wenn auch sicherlich recht unbekannt: New Chums Beach im Norden von Whitianga. So muss es auf Hawaii auch aussehen: weißer Sandstrand, türkis-blaues Wasser, beruhigendes Meerrauschen, kaum eine Menschenseele und strahlend blauer Himmel. Klare Monster-Idylle! Nur die tanzenden Hula-Hula-Mädchen haben da noch gefehlt und auch unsere mitgebrachten besseren Hälften, Dani und Kerstin, waren für diese Aufgabe nur schwer zu begeistern. Nach ausgiebiger Badung ward das notwendige Hungergefühl erreicht, um unsere Riesenbrötchen zu verzehren. “Ja, Brötchen und Landschaft können sie, diese Neuseeländer…” (Zitat Robi)

Einigen Spaß bot auch der Übernachtungsort Whitianga selbst. Direkt am Meerufer gelegen mit vielen Restaurants und einem netten Spielplatz, der unsere alternden Kinderherzen höher schlagen ließ, entstanden einige bemerkenswerte Bilder und Videos… In weniger guter Erinnerung werden sicherlich die neuseeländischen Versuche, einen Cocktail zu erstellen, bleiben. Robis Caipirinha war schon die eine oder andere Gesichtszuckung wert, zumal Rohrzucker wohl noch nicht bis das ferne Neuseeland gekommen zu sein mag. “Nein, Cocktails können sie nun wirklich nicht…”

Nach 2 Nächten auf der schönen Coromandel ging die Fahrt weiter nach Rotorua. Doch davon wird erst der nächste Bericht handeln.

Hier gehts erst mal zu den Bildern.

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Coromandel Peninsula

November 21st, 2007 by Stefan

Fuesse im MeerMein Geburtstag liegt zwar schon ein Weilchen zurück, aber aufgrund des kalten Winters in Auckland wurde mein Geburtstaggeschenk Woche für Woche verschoben. Da nun aber das Wetter immer besser wird und auch die Sonne langsam Kraft bekommt, konnte ich mein Geschenk vor ein paar Wochen bei der lieben Kerstin einlösen: Ein Kurztripp auf die Halbinsel Coromandel.

Coromandel ist nur ca 2-3h von Auckland entfernt (je nachdem wie oft man für Fotos und Toilette anhält…) und ist wie Neuseeland aus dem Bilderbuch. Die Straße schlängelt sich am Meer entlang, vorbei an weißen Stränden, wilden Klippen und kleinen Häusersiedlungen und die Aussicht macht bereits die Anreise zum Erlebnis. Unser erster (längerer) Stop war der Wassergarten Rapaura. Hier war die Hauptattraktion ein Wasserfall namens “Die sieben Stufen zum Himmel”, der aber leider wegen Brueckenarbeiten nicht zugaenglich war, so dass man nur einen kleinen Garten mit allerlei Bruennlein (-chen?) und Wasserspielen begutachten konnte. Nach einer knappen Stunde war die Sache “abgehakt” und wir wieder auf der Weiterreise nach Coromandel Town.

GoldstampfereiDer naechste Stop liess nicht lange auf sich warten: Eine sog. Goldstampferei. Fachmaennisch wurde uns erklaert, wie auf der einen Seite der Anlage ein paar Tonnen Gestein zugefuehrt wurden, um auf der anderen Seite ein paar Gramm Gold zu erhalten. Sehr beeindruckend, nicht zuletzt wegen der charismatischen Einzelvorfuehrung unseres Museumsfuehrers. Die gesamte Region profitiert zwar noch heute vom reichen Goldvorkommen, 100 Jahre zuvor war es aber die Haupteinahmequelle und die Ursache eines enormen Wachstums. Einige Fotos spaeter und nach kurzem Stadtbummel samt McDonald-Imbiss (anstaend’ges Hunger-Buster Menu :-D ), gings Richtung Whitianga, der Stadt unserer geplanten Naechtigung. Whitianga liegt direkt am Meer mit wunderschoenem Sandstrand und vielen Cafes und Restaurants. Das Motel ward schnell gefunden und das Zimmer als angenehm empfunden.

Zu vorgerueckter Stunde machte sich erneut der Magen bemerkbar und ein von Kerstins Kollegen empfohlenes Restaurant in der Region wurde angefahren. Nachdem es mir beim Tisch bestellen sprichwoertlich die Sprache verschlagen hatte (konnte mich einfach nicht entscheiden, wie ich auf Englisch am besten anfange…) und mir die liebe Kerstin aber fachmaennisch unter die Arme gegriffen hatte, durften wir Platz nehmen und das Essen begann. :-) Nach Begutachtung der Speisekarte und Trinkbestellung wurde schnell klar, dass unsere liebe Bedienungsdame auch aus Deutschland kam. Wieder wurde unser “Die Deutschen sind ueberall…”-Slogan herausgekramt, zusammen mit “Deutschland muss wirklich leer sein…”, ein wenig zu oft in letzter Zeit… Aber die Dame war sehr nett und das Essen sehr gut (obwohl vielleicht ein wenig zu wenig… ;-) ).

Hot Water BeachDas Fruehstueck barg dann die naechste Ueberraschung fuer uns. Am Fruehstueckstisch nahm neben uns eine weitere Bewohnerin des Motels Platz und man kam ins Gespraech. Schnell wurde uns wieder bewusst, dass wir keinen Neuseelaender vor uns hatten und, ja man ahnt es schon, die gute Dame war natuerlich aus Deutschland. Unglaublich! Die Prinzen hatten tatsaechlich recht: “Wir sind ueberall, …”. Und die Melodie ging mir durch den Kopf… Und sie sollte mir auch noch eine Weile auf den Lippen bleiben, denn am beruehmten aber eher maessigen Hot Water Beach (heisses Wasser dringt aufgrund vulkanischer Aktivitaet an die Oberflaeche und sorgt fuer ein warmes Bad am Strand) trafen wir natuerlich noch zwei Deutsch-Teenies, die sich ungeniert im Bikini am (hundekalten) Strand aalten.

New Chums BeachDer wohl beste Ausflug des Urlaubs war aber der eher unbekannte New Chums Beach in der Naehe von Whitianga. Nur schwer zugaenglich, muss der geneigte Badewillige zunaechst einen kleinen Wassergraben ueberqueren, dessen Tiefe je nach Gezeit variiert. Fuer den Hinweg war es mehr oder weniger ein kurzes Waten durch knoecheltiefes (wieder hundekaltes) Wasser. Auf dem Rueckweg stieg das Wasser dagegen deutlich ueber die Kniegrenze hinweg. Nach der Grabenueberwindung kam dann ein langer Marsch ueber grosse und kleine Steinbrocken, was schwieriger war, als es zunaechst den Anschein hatte. Wir benoetigten etwa eine halbe Stunde fuer weniger als einen Kilometer. Das machen nur wenige Kiwis mit, die meisten bevorzugen den bequemen “Mit-dem-Auto-ans-Wasser-fahren”-Strand, was uns nur Recht war. Denn nachdem sich das kurze Dschungelstueck vor uns teilte und den Blick auf weissen Strand, mit kristallklarem, blauen Wasser und dahinplaetschernden Wellen freigab, war das schon ein wenig wie im Paradies. Ein langer weisser, feiner, zum Barfuss-laufen einladender Sandstrand, (Ur-)Wald im Hintergrund, kaum eine Menschenseele und das beruhigende Rauschen der Wellen. Einfach toll. Und wir hatten Sonne satt erwischt. Ideale Bedingungen fuer ausgiebige Aufnahmen, da war eine Speicherkarte schnell gefuellt. Nach diesem Strand haben wir noch einige andere in der Gegend besucht, aber keiner, obwohl alle auch sehr schoen, konnte diesem hier so recht das Wasser reichen.

Der letzte Tag war leider bewölkt mit einzelnen Schauern und wenig einladend zum weiteren Erkunden. Bald machten wir uns auf den Rückweg nach Auckland, gerade rechtzeitig, um unseren ersten ordentlichen Stau auf der Autobahn mitzunehmen: Hurra, daheim in Auckland! ;-)
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Melbourne

November 12th, 2007 by Stefan

12 ApostelMelbourne at nightMelbourne Zoo

Schon ein ganzes Weilchen her (Juli), der Ausflug nach Melbourne, um den lieben Papa auf einer Konferenz zu besuchen. Hier nun endlich unser Bericht dazu.

Mittwoch, 3:45 Uhr am Morgen. Schrilles Weckerklingen begleitet von meinem unwilligem Grunzen beendet die Nacht. “Jetzt schon?? Hmmpff…” Jaaa! Denn es geht nach Melbourne! Da mein bescheidener Geldbeutel nur den billigsten und leider aber auch frühesten Flug zuließ, war das Ticket auf 6:30 Uhr ausgeschrieben. Aber alles kein Problem. Nach kurzem Frühstück, einer weiteren Prüfung aller Reiseunterlagen und herzlichen Verabschiedung von der lieben Kerstin, war ich auch schon zusammen mit Raphael auf dem Weg zum Flughafen.

Der Flug dauerte nur ca 3 Stunden, gerade Zeit genug, um einen Film zu schauen, das Bordfrühstück zu verputzen und noch einmal die Enge einer Flugzeugtoilette zu genießen. In Melbourne angekommen, warteten endlose und nervige Pass- und Sicherheitschecks auf den geneigten Touristen, bis man schließlich endlich den Flughafen verlassen durfte. Und da war er auch schon, der liebe Papa. Nach mehr als einem halben Jahr in Neuseeland, war die Wiedersehensfreude groß und interessiert wurde der beiderseitige Haarrückgang begutachtet. Ein Taxi fuhr uns ins Hotel, gut gelegen, direkt im Zentrum von Melbourne.

Melbourne ist eine fantastische Stadt, sehr europäisch, viele historische Gebäude, hunderte Cafes, Kneipen, ausgezeichnete Skyline und ein Lichtermeer in der Nacht. In der Tat hat mich die nächtliche Kulisse bald mehr beeindruckt, als die Stadt bei Tag. Beim ersten nächtlichen Ausflug war ich daher laaaange mit Fotografieren beschäftigt, ohne dass wir nennenswert vorwärts kamen. Ein paar Fotos gibts in der Gallerie zu sehen. Tagsüber wurde dann aber auch was unternommen und nach langem Forschen (Papa auf der Konferenz, ich in mehreren Reiseführern) wurde ein Trip zur nahegelegenen Ocean Road unternommen. Eine Strasse schlängelt sich am Meer entlang, vorbei an Stränden und Klippen, durch kleine Städtchen und üppigen Wäldern. Hervoragende Aussicht und Panormen garantiert. Der Höhepunkt waren dann die 12 Apostel: 12 Felsen, die steil aus dem Meer herausragen und in gelb-orangenen Gewand einen fantastischen Kontrast zur blauen See bilden.

Aufgrund des rauen Klimas und dem Wechsel von kalt und warm, kraenkelten wir beide leider schnell. Papa musste gar fuer einen Tag “zu Hause” bleiben und bei mir kuendigte sich auch schon ein Schnupfen an. Den Cocktailabend (wohlgemerkt ohne Cocktails…) mit dem damit verbundenen Museumsbesuch, alles organisiert von den Konferenzveranstaltern, liess ich mir dennoch nicht nehmen. Bei Aborigini-Showeinlage, Bierchen und netter tschechischer Bekanntschaft wurde der naechste Tag verplant: Ausflug mit einer Dampflok durch die Waelder und Berge. Letzterer fiel leider sprichwoertlich ins Wasser, bei Dauerregen, 5 Grad Kaelte und keinen Fenstern im Zug ist das Vergnuegen etwas eingeschraenkt. Da koennen auch heisse Kaffees nicht mehr helfen. ;-)
Am naechsten Morgen ging es dann schon wieder Richtung Flughafen, fuer den Papa nach Hause und fuer den Stefan nach Neuseeland. Toller Ausflug in eine tolle Stadt, natuerlich viel zu kurz und etwas zu frisch, dennoch viele bleibende Eindruecke und Erinnerungen.

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Singapore

October 19th, 2007 by Stefan

SingaporeNun liegt es schon wieder ueber 2 Wochen zurueck: Mein erster Vortrag auf einer internationalen Konferenz und gleichzeitig auch mein erster Besuch in einer asiatischen Stadt. Nach langen Reisevorbereitungen, Probevortraegen, Geldmittelbeschaffungen, Buchungen und Planungen war ein weiterer Traum erfuellt und ich stand presentierend vor den versammelten Kollegen und sprach ueber einen “Versatile Quantum-Inspired Evolutionary Algorithm”. Klingt langweilig, war es wahrscheinlich auch.;-) Dennoch ein ueberragendes Gefuehl der Erleichterung, wenn man nach 20 min wieder vom Podium steigt und weiss, dass nun alle Schwierigkeiten hinter einem liegen und man entspannt den angenehmen Seiten einer Konferenz entgegen blickt.

Und so ging es gleich abends zum gemeinsamen Bier in die Kneipe. Michael, mein Supervisor und David, ein weiterer PhD Student aus Frankreich, waren die Begleitung. Der erste Eindruck von Singapore ist eindeutig die Hitze. Es ist schier kaum auszuhalten, die Mischung aus heisser Luft und extremer Luftfeuchtigkeit ist atemnehmend, evtl. vergleichbar mit einer Feuchtsauna. Man ist praktisch immer nass, zum einen vom eigenen Schweis, zum anderen von der umgebenden Luft. Und logischerweise trocknet man nicht… Daher war ich meist mit einer Flasche Wasser bewaffnet unterwegs, begleitet von meinem lautem Keuchen und unwirschen “Hmppff”-Lauten. Ab und an bringt eine der gigantischen Shopping-Malls ein wenig Abkuehlung, aber nur so lange, bis man unter dem Einfluss der starken Klimaanlagen zu frieren beginnt…

Jaja den Deutschen kann man es nicht recht machen, immer meckern muessen’se. Und der Deutschen gibt es viele. Unglaublich, wen man auf der anderen Seite der Welt so alles trifft. Manchmal muss Deutschland wirklich leer sein… Am ersten Tag den Andreas getroffen, aus Halle ist er und sehr sympathischer Typ. Ossi eben. Auf dem Weg zum gemeinsamen Bier trifft man mal eben an der Ampel wartend einen weiteren Deutschen (aus Stuttgart glaub ich). Und natuerlich hatte der auch gleich noch 2 seiner Kollegen dabei. Und so zogen 5 Deutsche in Singapore in die Kneipe, um das asiatische Bier auszuprobieren.

Und eine Nacht in Singapore ist laaang. Mitternacht traut man der eigenen Uhr nicht: Die Stadt immer noch tag hell, tausende Menschen auf den Strassen und kein Ende in Sicht. Die Lichterflut laesst einen staunend inne halten und die Kamera macht Ueberstunden. Weil die Nacht nun offensichtlich noch so jung war, beschlossen Andreas und ich auch noch einen dieser Singapore-Slings auszuprobieren. Grosse bunte Cocktails, die recht leichtgaengig die trockene Kehle hinuntergleiten und fuer gesellige Heiterkeit sorgen. Zusammen mit der netten Bardame waren wir wahrscheinlich die einzigen nuechternen Gaeste in der Bar und inmitten der ohrenbetaeubenden Heiterkeit wurden noch ein paar wissenschaftliche Themen abgehandelt. So werden wohl Zusammenarbeiten und Projekte geboren. Man wird sehen.

Alles in allem eine grossartige Erfahrung, die sicherlich noch lange in Erinnerung bleibt. Schade nur, dass meine kleine Kerstinmaus wieder mal zu Hause bleiben musste und alles nur per SMS miterleben konnte. Aber das naechste Mal ist sie unbedingt mit dabei!

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Deutschland

September 2nd, 2007 by Stefan

hochzeitfamilyhochzeit

Nun sind wir schon wieder über eine Woche in Neuseeland, genügend Zeit das Erlebte noch einmal in Gedanken zu reflektieren:

Wir haben die liebe Mama und den lieben Papa in die Arme geschlossen, den Cafe und Kuchen der lieben Verwandten genossen, die Morgenstunden mit den Freunden beim Brunchen verbracht, kleine Babys getragen (zumindest bis sie nach der Mama geschrien haben), gleich auf zwei Hochzeiten getanzt, beim Polterabend ordentlich gepoltert, guten Kinofilm besucht, davor reichlich Schnitzel verputzt, das beste Essen der Welt genossen (Mamas Schnitzel für den Stefan, Kartoffelsuppe mit dt. Brot für die Kerstin und Bratwürste mit Bautzener Senf wieder für den Stefan…), Tischtennis gespielt (und sogar gewonnen!), deutsches Bier und Hefe-Weizen getrunken, Wanderung in die Sächsische Schweiz unternommen, auf der Elbe geschippert, auf der falschen Seite Auto gefahren, geshoppt, gelacht, getanzt, gegrillt, getrunken, fotografiert, abgeklatscht, geradelt, geschwätzt, geblödelt und alles in allem so viel Spaß gehabt, wie seit langem nicht mehr. Zu Hause ist es eben doch am besten!

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

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Miranda

April 10th, 2007 by Stefan

Der Ostersonntag begann wie im Bilderbuch: Herrliche Sonne und milde Temperaturen, Vogelgezwitscher dringt an den Fruehstueckstisch, Musik plaetschert um die Ohren. Nach der ueblichen Morgenhygiene und dem Fruehstueck startete ich sobald den Versuch meine lieben Eltern anzurufen, mit dem wohlweislichen Hintergedanken, dass auch mein Bruderherz mit seiner besseren Haelfte (inzwischen sogar Verlobten!) in Eilenburg zugegen sein wuerde. Aber sowohl Handy- als auch Festnetzanrufe blieben unbeantwortet. Wahrscheinlich wurde das Fest bei den lieben Verwandten verbracht und man war daher nicht erreichbar.

Aber kein Beinbruch, kurzentschlossen beschlossen wir unsere neuen beiden Mitbewohner bei ihrem geplanten Ausflug zu begleiten und ein wenig mehr von Aucklands Umgebung kennen zu lernen. Nur ueber das Ziel waren wir uns ein kurzes Weilchen uneinig, was jedoch mittels Reisefuehrer und kurzem Abwaegen hinsichtlich der Fahrtzeit schnell entschieden wurde. Miranda war das Ziel. Der Reisefuehrer versprach ein praechtiges Vogelgebiet, mit toller Aussicht und vielen seltsamen Voegeln.

Geschwind wurden die Taschen gepackt und das Reiseproviant verstaut und alles fuer die baldige Abreise vorbereitet. Just inmitten aller Geschaeftigkeit klingelt tatsaechlich das Telefon und die liebe Mama mit dem lieben Papa waren am anderen Ende der Leitung. Obwohl zu vorgerueckter Stunde (es war wohl bereits Mitternacht im fernen Deutschland) wuenschte man uns zu sprechen, um die oesterlichen Ostergruesse zu uebermitteln und die neuesten Geschichten vom anderen Weltende zu erfahren. Da man im Zeitalter der modernen Kommunikation auf die hoch gepriesene Videotelefonie kaum mehr verzichten kann, wurde unter vielen Entschuldigunsbeteuerungen zu den wartenden Ausflugsmitreisenden, noch einmal schnell der PC angeworfen, um eine kurze Online-Begehung unseres neuen Heims zu praktizieren. Nach anfaenglichen Problemchen mit der lieben Technik und mehr oder weniger hilfreichen Debugging-Analysen, wurde die Rechenmaschine zusammen mit der angestoepselten Web-Kamera durch die einzelnen Zimmer getragen und der eine oder andere kurze Bewunderungsruf ausgestossen: Oh, ah, schoehhhn. Unsere Mitbewohner wurden per Web-Kamera vorgestellt und allgemeine friedvolle Heiterkeit erfuellte trotz grosser lokaler Entfernung beide traute Heime. Die ueblichen Abschiedszelebrationen wurde durchgefuehrt und kurze Zeit spaeter sass man auch schon zusammen im Auto. Nach gefahrvollen Ausparkmanoever und einigen eilig weggewischten Schweissperlen auf der Stirn fuehrte uns Raphaels schnelles Auto auf den Motorway gen Sueden.

In Miranda angekommen, erwartete uns ein Vogelzentrum mit umfassendem Informationsangebot ueber die vielfaeltige Vogelwelt der Region und eine freundliche Rezeptionsdame markierte die mitgefuehrte Karte mit populaeren Ausflugszielen. Vorbei an ausgesprochen ansprechender Kuestenlandschaft fuehrte uns die Strasse wieder gen Norden und wenn die Anerkennungsausstoesse (”Ohh, ahh”) in ihrer Lautstaerke anstiegen, wurde gestoppt und Zeit fuer die Fotografen und die Muschelsucher unter uns eingeraeumt. Angesichts des fantastischen Wetters beschloss man als bald, das mitgebrachte Picknick unter dem blauen Himmel Mirandas zu verzehren und so wurde unter Ausnutzung des Schattenwurfes eines nahestehenden Baumes das Lager aufgeschlagen. Selbverstaendlich liess sich keiner der Mitreisenden den anschliessenden Verdauungsspaziergang am angrenzenden Strand entgehen, obwohl sich freilich die Ausgestaltung dieser geschaetzten Aktivitaet bei den einzelnen Beteiligten enorm voneinander unterschied. Waehrend die weiblichen Aktivisten vielfaeltige Anstrengungen bei der Muschelsuche unternahmen, zum einen aus Gruenden des Verzehrs (Sally), zum anderen zu Dekorations- sowie Bastelzwecken (Kerstin), nutzte die maennliche Maennerschaft die Zeit fuer umfangreiche Natur- und Panoramaaufnahmen (Raphael und meine Wenigkeit), sowie das Ablichten der eigenen hoch geschaetzten besseren Haelften. Insgesamt also hoechst erfuellend, wie der geneigte Leser sicherlich empfinden mag.

Nach finalem kurzem Marsch durch ein nahegelegenes Waldstueck mit allerhand Buschwerk und nativer Exotik wurde frohlockend dem baldigem Sonnenuntergang entgegen gesehen, welcher die umliegende Huegellandschaft in behagliches Gold tauchte und wohlige Zufriedenheit (und mancherorts sicherlich auch subtile Formen der Romantik) unter den beteiligten Betrachtern ausloeste. In Folge der lang andauernden Naturbestaunung meldete sich zu fortschreitender Stunde auch der Magen mit hartnaeckigen Unmutsbekundungen und so wurde der kleine Umweg ueber einen noch geoeffneten chinesischen Supermarkt zum Zwecke der Abendmahleinkaeufe gerne in Kauf genommen.

Anspruchsvolle Kochkuenste seitens Kerstin und einige Helfertaetigkeiten meinerseits fuehrten in Kuerze zu einem hochwertigen Abendmahl bestehend aus Nudeln mit Tomatensosse (fuer mich mit einigem gebratenen Gehackte), welches zusammen mit Rotwein aus guter Flasche in die knurrenden Maegen gespuelt wurde. Dieser dankte es uns mit der ueblichen wohlwollenden Schwerfaelligkeit, welche in zufriedener Traegheit beim gemeinsamen Betrachten aller gemachten Fotografieaufnahmen ihren Ausdruck fand. Welch schoener Ostersonntag…

Zu den Bildern

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