Kerstin und Stefan allein in New Zealand

Miranda

April 10th, 2007 by Stefan

Der Ostersonntag begann wie im Bilderbuch: Herrliche Sonne und milde Temperaturen, Vogelgezwitscher dringt an den Fruehstueckstisch, Musik plaetschert um die Ohren. Nach der ueblichen Morgenhygiene und dem Fruehstueck startete ich sobald den Versuch meine lieben Eltern anzurufen, mit dem wohlweislichen Hintergedanken, dass auch mein Bruderherz mit seiner besseren Haelfte (inzwischen sogar Verlobten!) in Eilenburg zugegen sein wuerde. Aber sowohl Handy- als auch Festnetzanrufe blieben unbeantwortet. Wahrscheinlich wurde das Fest bei den lieben Verwandten verbracht und man war daher nicht erreichbar.

Aber kein Beinbruch, kurzentschlossen beschlossen wir unsere neuen beiden Mitbewohner bei ihrem geplanten Ausflug zu begleiten und ein wenig mehr von Aucklands Umgebung kennen zu lernen. Nur ueber das Ziel waren wir uns ein kurzes Weilchen uneinig, was jedoch mittels Reisefuehrer und kurzem Abwaegen hinsichtlich der Fahrtzeit schnell entschieden wurde. Miranda war das Ziel. Der Reisefuehrer versprach ein praechtiges Vogelgebiet, mit toller Aussicht und vielen seltsamen Voegeln.

Geschwind wurden die Taschen gepackt und das Reiseproviant verstaut und alles fuer die baldige Abreise vorbereitet. Just inmitten aller Geschaeftigkeit klingelt tatsaechlich das Telefon und die liebe Mama mit dem lieben Papa waren am anderen Ende der Leitung. Obwohl zu vorgerueckter Stunde (es war wohl bereits Mitternacht im fernen Deutschland) wuenschte man uns zu sprechen, um die oesterlichen Ostergruesse zu uebermitteln und die neuesten Geschichten vom anderen Weltende zu erfahren. Da man im Zeitalter der modernen Kommunikation auf die hoch gepriesene Videotelefonie kaum mehr verzichten kann, wurde unter vielen Entschuldigunsbeteuerungen zu den wartenden Ausflugsmitreisenden, noch einmal schnell der PC angeworfen, um eine kurze Online-Begehung unseres neuen Heims zu praktizieren. Nach anfaenglichen Problemchen mit der lieben Technik und mehr oder weniger hilfreichen Debugging-Analysen, wurde die Rechenmaschine zusammen mit der angestoepselten Web-Kamera durch die einzelnen Zimmer getragen und der eine oder andere kurze Bewunderungsruf ausgestossen: Oh, ah, schoehhhn. Unsere Mitbewohner wurden per Web-Kamera vorgestellt und allgemeine friedvolle Heiterkeit erfuellte trotz grosser lokaler Entfernung beide traute Heime. Die ueblichen Abschiedszelebrationen wurde durchgefuehrt und kurze Zeit spaeter sass man auch schon zusammen im Auto. Nach gefahrvollen Ausparkmanoever und einigen eilig weggewischten Schweissperlen auf der Stirn fuehrte uns Raphaels schnelles Auto auf den Motorway gen Sueden.

In Miranda angekommen, erwartete uns ein Vogelzentrum mit umfassendem Informationsangebot ueber die vielfaeltige Vogelwelt der Region und eine freundliche Rezeptionsdame markierte die mitgefuehrte Karte mit populaeren Ausflugszielen. Vorbei an ausgesprochen ansprechender Kuestenlandschaft fuehrte uns die Strasse wieder gen Norden und wenn die Anerkennungsausstoesse (”Ohh, ahh”) in ihrer Lautstaerke anstiegen, wurde gestoppt und Zeit fuer die Fotografen und die Muschelsucher unter uns eingeraeumt. Angesichts des fantastischen Wetters beschloss man als bald, das mitgebrachte Picknick unter dem blauen Himmel Mirandas zu verzehren und so wurde unter Ausnutzung des Schattenwurfes eines nahestehenden Baumes das Lager aufgeschlagen. Selbverstaendlich liess sich keiner der Mitreisenden den anschliessenden Verdauungsspaziergang am angrenzenden Strand entgehen, obwohl sich freilich die Ausgestaltung dieser geschaetzten Aktivitaet bei den einzelnen Beteiligten enorm voneinander unterschied. Waehrend die weiblichen Aktivisten vielfaeltige Anstrengungen bei der Muschelsuche unternahmen, zum einen aus Gruenden des Verzehrs (Sally), zum anderen zu Dekorations- sowie Bastelzwecken (Kerstin), nutzte die maennliche Maennerschaft die Zeit fuer umfangreiche Natur- und Panoramaaufnahmen (Raphael und meine Wenigkeit), sowie das Ablichten der eigenen hoch geschaetzten besseren Haelften. Insgesamt also hoechst erfuellend, wie der geneigte Leser sicherlich empfinden mag.

Nach finalem kurzem Marsch durch ein nahegelegenes Waldstueck mit allerhand Buschwerk und nativer Exotik wurde frohlockend dem baldigem Sonnenuntergang entgegen gesehen, welcher die umliegende Huegellandschaft in behagliches Gold tauchte und wohlige Zufriedenheit (und mancherorts sicherlich auch subtile Formen der Romantik) unter den beteiligten Betrachtern ausloeste. In Folge der lang andauernden Naturbestaunung meldete sich zu fortschreitender Stunde auch der Magen mit hartnaeckigen Unmutsbekundungen und so wurde der kleine Umweg ueber einen noch geoeffneten chinesischen Supermarkt zum Zwecke der Abendmahleinkaeufe gerne in Kauf genommen.

Anspruchsvolle Kochkuenste seitens Kerstin und einige Helfertaetigkeiten meinerseits fuehrten in Kuerze zu einem hochwertigen Abendmahl bestehend aus Nudeln mit Tomatensosse (fuer mich mit einigem gebratenen Gehackte), welches zusammen mit Rotwein aus guter Flasche in die knurrenden Maegen gespuelt wurde. Dieser dankte es uns mit der ueblichen wohlwollenden Schwerfaelligkeit, welche in zufriedener Traegheit beim gemeinsamen Betrachten aller gemachten Fotografieaufnahmen ihren Ausdruck fand. Welch schoener Ostersonntag…

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Neues Haus, Arbeit, Alltag und Ostern

April 9th, 2007 by Kerstin

Nach unserer ausgiebigen Shoppingtour ;-) zum Ostermontag sitzen wir nun auf unserer Terrasse, genießen die letzten Sonnenstrahlen, Stefan liest ein Buch und ich werde mal unsere Homepage aktualisieren :-)

Nach einer Woche haben wir uns im neuen Haus recht gut eingelebt und auch mit unseren Mitbewohnern, Sally und Raphael kommen wir gut klar. Nach und nach haben wir noch ein paar kleine Sachen, wie Spiegel und Bilderrahmen, gekauft, um es uns gemütlicher zu machen. Jetzt muss nur noch alles an die Wand gebracht werden :-) . Der 10-minütige Weg zur Arbeit ist super und da es bis zum Strand nicht viel weiter ist, werde ich in den kommenden Arbeitstagen meine Mittagspause ab und zu am Strand verbringen :-) .

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Apropos Arbeit: mir macht es nach wie vor Spaß mit den lieben Kleinen :-) . Ab und an ist es natürlich etwas stressiger und v.a. das Saubermachen des gesamten Spielzeugs (!) am Ende jeder Woche (im April ist das meine Aufgabe) ist nicht unbedingt mit Freude verbunden. Aber ansonsten hab ich mich an die Abläufe gewöhnt und vergesse kaum noch was! Stefan macht das Forschen nach wie vor Spaß ;-) und mittlerweile hat er sein erstes “Paper” geschrieben. Er und sein Team sind ganz zuversichtlich, dass es veröffentlicht wird. Wenn alles klappt, wird er im September seinen ersten Vortrag auf einer Konferenz in Singapur halten.

Die Abende verbringen wir z.T lesend oder Fernseh schauend oder wir machen einen Spaziergang zum Strand. Also sehr entspannt. Seit zwei Wochen gehen wir auch wieder zum Tischtennis und wollen das jetzt auch beibehalten. Letzte Woche gab es allerdings kein freies Training oder Spiel, sondern eine Art Turnier, welches zweimal wöchentlich stattfindet und wo jeder mitspielen kann (wenn er 5 Dollar bezahlt ;-) ). Für die Kenner unter euch: es ist ein großes Kaiserspiel an 16 Tischen. Jeder kann einsteigen und aufhören, wann er will. Gespielt wird ein 21er-Satz. Wir haben uns für das erste mal ganz gut geschlagen, gegen die richtig Guten hatten wir natürlich keine Chance. Aber es hat viel Spaß gemacht und man lernt neue Leute kennen.

Zu Ostern hatten wir ja vier Tage, also Freitag bis heute/Montag frei. Entgegen der Wetterprognose hatten wir viel Sonnenschein und keinen Regen. Am Freitag sind wir deshalb in den Botanischen Garten gefahren, sind ein bisschen rumspaziert und haben uns mit einem Buch entspannt an einen Teich gesetzt. Zu vorgerückter Nachmitagsstunde entschieden wir uns für den Rückweg, um bei einem Strandspaziergang der Sonne beim Untergehen zuzuschauen.

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Am Samstag war nun endlich der Ausflug ins Maritim-Museum fällig. Vorher hieß es aber “Leinen los” zu einer Rundfahrt im Hafen von Auckland auf einem Segelschiff. Sowohl die Schifffahrt, bei der Stefan selbst Hand anlegen durfte, als auch das Museum selbst waren sehr schön und sehr interessant. Der Rundgang im Museum beginnt mit einem Film über die Ankunft der Maori und die Entdeckung/Besiedlung Neuseelands. In den verschiedenen Ausstellungen sieht man verschiedenste Arten von Booten und Schiffen und man erfährt viel über die Geschichte. Wir haben ein altes großes Schiff mit einem Kran erkundschaftet und konnten sehen, wie die Menschen damals auf den Schiffen gelebt und gearbeitet haben. Nach einer Stunde Schiffstour und drei Stunden Museum waren wir dann aber doch etwas müde und vor allem hungrig! :-)

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