Kerstin und Stefan allein in New Zealand

Singapore

October 19th, 2007 by Stefan

SingaporeNun liegt es schon wieder ueber 2 Wochen zurueck: Mein erster Vortrag auf einer internationalen Konferenz und gleichzeitig auch mein erster Besuch in einer asiatischen Stadt. Nach langen Reisevorbereitungen, Probevortraegen, Geldmittelbeschaffungen, Buchungen und Planungen war ein weiterer Traum erfuellt und ich stand presentierend vor den versammelten Kollegen und sprach ueber einen “Versatile Quantum-Inspired Evolutionary Algorithm”. Klingt langweilig, war es wahrscheinlich auch.;-) Dennoch ein ueberragendes Gefuehl der Erleichterung, wenn man nach 20 min wieder vom Podium steigt und weiss, dass nun alle Schwierigkeiten hinter einem liegen und man entspannt den angenehmen Seiten einer Konferenz entgegen blickt.

Und so ging es gleich abends zum gemeinsamen Bier in die Kneipe. Michael, mein Supervisor und David, ein weiterer PhD Student aus Frankreich, waren die Begleitung. Der erste Eindruck von Singapore ist eindeutig die Hitze. Es ist schier kaum auszuhalten, die Mischung aus heisser Luft und extremer Luftfeuchtigkeit ist atemnehmend, evtl. vergleichbar mit einer Feuchtsauna. Man ist praktisch immer nass, zum einen vom eigenen Schweis, zum anderen von der umgebenden Luft. Und logischerweise trocknet man nicht… Daher war ich meist mit einer Flasche Wasser bewaffnet unterwegs, begleitet von meinem lautem Keuchen und unwirschen “Hmppff”-Lauten. Ab und an bringt eine der gigantischen Shopping-Malls ein wenig Abkuehlung, aber nur so lange, bis man unter dem Einfluss der starken Klimaanlagen zu frieren beginnt…

Jaja den Deutschen kann man es nicht recht machen, immer meckern muessen’se. Und der Deutschen gibt es viele. Unglaublich, wen man auf der anderen Seite der Welt so alles trifft. Manchmal muss Deutschland wirklich leer sein… Am ersten Tag den Andreas getroffen, aus Halle ist er und sehr sympathischer Typ. Ossi eben. Auf dem Weg zum gemeinsamen Bier trifft man mal eben an der Ampel wartend einen weiteren Deutschen (aus Stuttgart glaub ich). Und natuerlich hatte der auch gleich noch 2 seiner Kollegen dabei. Und so zogen 5 Deutsche in Singapore in die Kneipe, um das asiatische Bier auszuprobieren.

Und eine Nacht in Singapore ist laaang. Mitternacht traut man der eigenen Uhr nicht: Die Stadt immer noch tag hell, tausende Menschen auf den Strassen und kein Ende in Sicht. Die Lichterflut laesst einen staunend inne halten und die Kamera macht Ueberstunden. Weil die Nacht nun offensichtlich noch so jung war, beschlossen Andreas und ich auch noch einen dieser Singapore-Slings auszuprobieren. Grosse bunte Cocktails, die recht leichtgaengig die trockene Kehle hinuntergleiten und fuer gesellige Heiterkeit sorgen. Zusammen mit der netten Bardame waren wir wahrscheinlich die einzigen nuechternen Gaeste in der Bar und inmitten der ohrenbetaeubenden Heiterkeit wurden noch ein paar wissenschaftliche Themen abgehandelt. So werden wohl Zusammenarbeiten und Projekte geboren. Man wird sehen.

Alles in allem eine grossartige Erfahrung, die sicherlich noch lange in Erinnerung bleibt. Schade nur, dass meine kleine Kerstinmaus wieder mal zu Hause bleiben musste und alles nur per SMS miterleben konnte. Aber das naechste Mal ist sie unbedingt mit dabei!

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