Kerstin und Stefan allein in New Zealand

Coromandel Peninsula

November 21st, 2007 by Stefan

Fuesse im MeerMein Geburtstag liegt zwar schon ein Weilchen zurück, aber aufgrund des kalten Winters in Auckland wurde mein Geburtstaggeschenk Woche für Woche verschoben. Da nun aber das Wetter immer besser wird und auch die Sonne langsam Kraft bekommt, konnte ich mein Geschenk vor ein paar Wochen bei der lieben Kerstin einlösen: Ein Kurztripp auf die Halbinsel Coromandel.

Coromandel ist nur ca 2-3h von Auckland entfernt (je nachdem wie oft man für Fotos und Toilette anhält…) und ist wie Neuseeland aus dem Bilderbuch. Die Straße schlängelt sich am Meer entlang, vorbei an weißen Stränden, wilden Klippen und kleinen Häusersiedlungen und die Aussicht macht bereits die Anreise zum Erlebnis. Unser erster (längerer) Stop war der Wassergarten Rapaura. Hier war die Hauptattraktion ein Wasserfall namens “Die sieben Stufen zum Himmel”, der aber leider wegen Brueckenarbeiten nicht zugaenglich war, so dass man nur einen kleinen Garten mit allerlei Bruennlein (-chen?) und Wasserspielen begutachten konnte. Nach einer knappen Stunde war die Sache “abgehakt” und wir wieder auf der Weiterreise nach Coromandel Town.

GoldstampfereiDer naechste Stop liess nicht lange auf sich warten: Eine sog. Goldstampferei. Fachmaennisch wurde uns erklaert, wie auf der einen Seite der Anlage ein paar Tonnen Gestein zugefuehrt wurden, um auf der anderen Seite ein paar Gramm Gold zu erhalten. Sehr beeindruckend, nicht zuletzt wegen der charismatischen Einzelvorfuehrung unseres Museumsfuehrers. Die gesamte Region profitiert zwar noch heute vom reichen Goldvorkommen, 100 Jahre zuvor war es aber die Haupteinahmequelle und die Ursache eines enormen Wachstums. Einige Fotos spaeter und nach kurzem Stadtbummel samt McDonald-Imbiss (anstaend’ges Hunger-Buster Menu :-D ), gings Richtung Whitianga, der Stadt unserer geplanten Naechtigung. Whitianga liegt direkt am Meer mit wunderschoenem Sandstrand und vielen Cafes und Restaurants. Das Motel ward schnell gefunden und das Zimmer als angenehm empfunden.

Zu vorgerueckter Stunde machte sich erneut der Magen bemerkbar und ein von Kerstins Kollegen empfohlenes Restaurant in der Region wurde angefahren. Nachdem es mir beim Tisch bestellen sprichwoertlich die Sprache verschlagen hatte (konnte mich einfach nicht entscheiden, wie ich auf Englisch am besten anfange…) und mir die liebe Kerstin aber fachmaennisch unter die Arme gegriffen hatte, durften wir Platz nehmen und das Essen begann. :-) Nach Begutachtung der Speisekarte und Trinkbestellung wurde schnell klar, dass unsere liebe Bedienungsdame auch aus Deutschland kam. Wieder wurde unser “Die Deutschen sind ueberall…”-Slogan herausgekramt, zusammen mit “Deutschland muss wirklich leer sein…”, ein wenig zu oft in letzter Zeit… Aber die Dame war sehr nett und das Essen sehr gut (obwohl vielleicht ein wenig zu wenig… ;-) ).

Hot Water BeachDas Fruehstueck barg dann die naechste Ueberraschung fuer uns. Am Fruehstueckstisch nahm neben uns eine weitere Bewohnerin des Motels Platz und man kam ins Gespraech. Schnell wurde uns wieder bewusst, dass wir keinen Neuseelaender vor uns hatten und, ja man ahnt es schon, die gute Dame war natuerlich aus Deutschland. Unglaublich! Die Prinzen hatten tatsaechlich recht: “Wir sind ueberall, …”. Und die Melodie ging mir durch den Kopf… Und sie sollte mir auch noch eine Weile auf den Lippen bleiben, denn am beruehmten aber eher maessigen Hot Water Beach (heisses Wasser dringt aufgrund vulkanischer Aktivitaet an die Oberflaeche und sorgt fuer ein warmes Bad am Strand) trafen wir natuerlich noch zwei Deutsch-Teenies, die sich ungeniert im Bikini am (hundekalten) Strand aalten.

New Chums BeachDer wohl beste Ausflug des Urlaubs war aber der eher unbekannte New Chums Beach in der Naehe von Whitianga. Nur schwer zugaenglich, muss der geneigte Badewillige zunaechst einen kleinen Wassergraben ueberqueren, dessen Tiefe je nach Gezeit variiert. Fuer den Hinweg war es mehr oder weniger ein kurzes Waten durch knoecheltiefes (wieder hundekaltes) Wasser. Auf dem Rueckweg stieg das Wasser dagegen deutlich ueber die Kniegrenze hinweg. Nach der Grabenueberwindung kam dann ein langer Marsch ueber grosse und kleine Steinbrocken, was schwieriger war, als es zunaechst den Anschein hatte. Wir benoetigten etwa eine halbe Stunde fuer weniger als einen Kilometer. Das machen nur wenige Kiwis mit, die meisten bevorzugen den bequemen “Mit-dem-Auto-ans-Wasser-fahren”-Strand, was uns nur Recht war. Denn nachdem sich das kurze Dschungelstueck vor uns teilte und den Blick auf weissen Strand, mit kristallklarem, blauen Wasser und dahinplaetschernden Wellen freigab, war das schon ein wenig wie im Paradies. Ein langer weisser, feiner, zum Barfuss-laufen einladender Sandstrand, (Ur-)Wald im Hintergrund, kaum eine Menschenseele und das beruhigende Rauschen der Wellen. Einfach toll. Und wir hatten Sonne satt erwischt. Ideale Bedingungen fuer ausgiebige Aufnahmen, da war eine Speicherkarte schnell gefuellt. Nach diesem Strand haben wir noch einige andere in der Gegend besucht, aber keiner, obwohl alle auch sehr schoen, konnte diesem hier so recht das Wasser reichen.

Der letzte Tag war leider bewölkt mit einzelnen Schauern und wenig einladend zum weiteren Erkunden. Bald machten wir uns auf den Rückweg nach Auckland, gerade rechtzeitig, um unseren ersten ordentlichen Stau auf der Autobahn mitzunehmen: Hurra, daheim in Auckland! ;-)
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Melbourne

November 12th, 2007 by Stefan

12 ApostelMelbourne at nightMelbourne Zoo

Schon ein ganzes Weilchen her (Juli), der Ausflug nach Melbourne, um den lieben Papa auf einer Konferenz zu besuchen. Hier nun endlich unser Bericht dazu.

Mittwoch, 3:45 Uhr am Morgen. Schrilles Weckerklingen begleitet von meinem unwilligem Grunzen beendet die Nacht. “Jetzt schon?? Hmmpff…” Jaaa! Denn es geht nach Melbourne! Da mein bescheidener Geldbeutel nur den billigsten und leider aber auch frühesten Flug zuließ, war das Ticket auf 6:30 Uhr ausgeschrieben. Aber alles kein Problem. Nach kurzem Frühstück, einer weiteren Prüfung aller Reiseunterlagen und herzlichen Verabschiedung von der lieben Kerstin, war ich auch schon zusammen mit Raphael auf dem Weg zum Flughafen.

Der Flug dauerte nur ca 3 Stunden, gerade Zeit genug, um einen Film zu schauen, das Bordfrühstück zu verputzen und noch einmal die Enge einer Flugzeugtoilette zu genießen. In Melbourne angekommen, warteten endlose und nervige Pass- und Sicherheitschecks auf den geneigten Touristen, bis man schließlich endlich den Flughafen verlassen durfte. Und da war er auch schon, der liebe Papa. Nach mehr als einem halben Jahr in Neuseeland, war die Wiedersehensfreude groß und interessiert wurde der beiderseitige Haarrückgang begutachtet. Ein Taxi fuhr uns ins Hotel, gut gelegen, direkt im Zentrum von Melbourne.

Melbourne ist eine fantastische Stadt, sehr europäisch, viele historische Gebäude, hunderte Cafes, Kneipen, ausgezeichnete Skyline und ein Lichtermeer in der Nacht. In der Tat hat mich die nächtliche Kulisse bald mehr beeindruckt, als die Stadt bei Tag. Beim ersten nächtlichen Ausflug war ich daher laaaange mit Fotografieren beschäftigt, ohne dass wir nennenswert vorwärts kamen. Ein paar Fotos gibts in der Gallerie zu sehen. Tagsüber wurde dann aber auch was unternommen und nach langem Forschen (Papa auf der Konferenz, ich in mehreren Reiseführern) wurde ein Trip zur nahegelegenen Ocean Road unternommen. Eine Strasse schlängelt sich am Meer entlang, vorbei an Stränden und Klippen, durch kleine Städtchen und üppigen Wäldern. Hervoragende Aussicht und Panormen garantiert. Der Höhepunkt waren dann die 12 Apostel: 12 Felsen, die steil aus dem Meer herausragen und in gelb-orangenen Gewand einen fantastischen Kontrast zur blauen See bilden.

Aufgrund des rauen Klimas und dem Wechsel von kalt und warm, kraenkelten wir beide leider schnell. Papa musste gar fuer einen Tag “zu Hause” bleiben und bei mir kuendigte sich auch schon ein Schnupfen an. Den Cocktailabend (wohlgemerkt ohne Cocktails…) mit dem damit verbundenen Museumsbesuch, alles organisiert von den Konferenzveranstaltern, liess ich mir dennoch nicht nehmen. Bei Aborigini-Showeinlage, Bierchen und netter tschechischer Bekanntschaft wurde der naechste Tag verplant: Ausflug mit einer Dampflok durch die Waelder und Berge. Letzterer fiel leider sprichwoertlich ins Wasser, bei Dauerregen, 5 Grad Kaelte und keinen Fenstern im Zug ist das Vergnuegen etwas eingeschraenkt. Da koennen auch heisse Kaffees nicht mehr helfen. ;-)
Am naechsten Morgen ging es dann schon wieder Richtung Flughafen, fuer den Papa nach Hause und fuer den Stefan nach Neuseeland. Toller Ausflug in eine tolle Stadt, natuerlich viel zu kurz und etwas zu frisch, dennoch viele bleibende Eindruecke und Erinnerungen.

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