Kerstin und Stefan allein in New Zealand

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Abenteuer Australien - Teil 1

January 25th, 2010 by Kerstin

1.Tag

Am 21.12.2009 sollte es losgehen: 18 Tage Australien! Koffer waren gepackt, Auto gebucht, ebenso wie fast alle Unterkünfte auf unserer Strecke Melbourne - Sydney - Brisbane. Guter Dinge gingen wir an den Start.

Den Flug nach Melbourne hatten wir gut überstanden. Nachdem wir unser Gepäck geladen hatten, machten wir uns auf die Suche nach der Autovermietung, die schnell gefunden war. Unterlagen wurden ausgefüllt, besondere Verkehrsregeln erklärt, und natürlich Geld bezahlt bevor der Schlüssel zu einem Nissan Tilda überreicht wurde. Brandneu, nur 1600 km gefahren. So sauber und so leise im Vergleich zu unserem eigenen Auto! :-) Die nette Dame von der Autovermietung war so freundlich uns den Weg zu unserer Unterkunft zu erklären, die wir mit kleineren Umwegen dann schließlich auch fanden. Während der Fahrt hatten wir schon die erste Gelegenheit Melbourne bei Nacht mit all seinen Lichtern zu bewundern. Es war mittlerweile schon gegen 22.30 Uhr und mir war in der email versichert worden, dass wir den Schlüssel für unser Zimmer beim Verantwortlichen in der Spielhalle des Hotels abholen könnten. Gesagt, getan. Leider wusste dort keiner was von unserer Ankunft, und somit gab es auch keinen Schlüssel. Die Bardame war sehr freundlich und bemühte sich, die “Verantwortlichen” telefonisch zu erreichen. Damit uns das Warten nicht zu lang wurde, gab es ein Bier aufs Haus. Schließlich wurde bestätigt, dass wir ein Zimmer gebucht hatten und ein Schlüssel wurde organisiert. Wir waren froh, dass nun alles geregelt war und entschlummerten wenig später in unserem Zimmer.

2.Tag

Frisch und munter waren wir am nächsten Morgen bereit Melbourne bei Tag zu erkunden. Zu Fuss ging es zur Zugstation, von dort mit dem Zug in die Innenstadt. Nach ein paar ersten Impressionen gab es Lunch im Park, um alsbald das Sightseeing fortzusetzen. Wir bestaunten die wunderschöne St. Patrick’s Cathedral und trafen prompt auf ein deutsches Pärchen (was für eine Überraschung ;-) ). Claudia und Tom waren schon ein Weilchen in Australien unterwegs und nach kurzem Gespräch stellte sich heraus, dass die Lokalität für Silvester dieselbe sein sollte - Sydney. Handynummern wurden ausgetauscht und vielleicht würde man sich ja in Sydney wiedersehen. Danach ging es für uns weiter zur Exhibition Hall und zum Museum - beides sehr beeindruckende Gebäude. Anschließend entschieden wir uns zu einer Rivercruise und während wir im Boot den Fluss hoch und runter schipperten, lernten wir noch das ein oder andere über Melbourne, außerdem tat es ganz gut die Füsse nach dem vielen Laufen ein wenig auszuruhen. Als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, ging es weiter mit der Straßenbahn zum “Shrine of Remembrance“, eines der größten Kriegsdenkmäler Australiens. Es dient als Gedenkstätte für alle Australier, die Kriegsdienst leisteten. Wir wohnten einer kuren Zeremonie bei und genossen den Blick über die Stadt mit ihrer Skyline. Nachdem der Magen wieder gefüllt war, bestaunten wir das Crown Casino - eine unglaublich riesige Spielhölle. Den Abschluss des Tages bildete der Besuch des Rialto Towers, der nach dem Eureka Tower (297 m) mit 253 Metern der zweithöchste Gebäude in Melbourne ist. Vom 360° Observations-Deck hat man einen fantastischen Blick über Melbourne. Bei einem kühlen Bier warteten wir geduldig auf den Sonnenuntergang. Stefan reihte sich ein in die Gruppe der Fotografen, die alle auf den perfekten Sonnenuntergang und natürlich den perfekten Shot hofften. Zufrieden machten wir uns schließlich auf den Weg zum Bahnhof. Unterwegs beeindruckten dann noch die feuerspeienden Säulen entlang des Flusses. Im Motel angekommen, blickten wir zurück auf tolle Eindrücke einer sehr geschäftigen Stadt und auf einen langen Tag mit schmerzenden Füßen (Kerstin hatte neue Turnschuhe an!), viel Sonne und vielen Fliegen. Entschädigt wurde Stefan mit vielen kurzen Röcken und meine Wenigkeit mit dem ein oder anderen attraktiven jungen Mann mit freiem Oberkörper! ;-)

3.Tag

Heute nun sollte der nächste größere Abschnitt gewagt werden - die berühmtberüchtigte Great Ocean Road, eine spektakuläre Küstenstraße im Südosten Australiens. Nachdem wir Melbourne hinter uns gelassen hatten, war die nächst größere Stadt auf unserem Weg Geelong. Am Ortseingang stoppten wir bei Aldi, um unsere Wasservorräte aufzustocken und Nudeln + Tomatensoße für unser Abendessen einzukaufen. Der Einkauf selbst erinnerte sehr an einen deutschen Aldi und war für uns Ruhe und Gemächlichkeit gewöhnten …. viel zu stressig. :-)

Anschließend suchten wir das lokale Informationszentrum auf. Dort gab man uns Auskunft über die Umgebung und was wir unbedingt noch sehen sollten auf unserem Weg nach Apollo Bay (nächste Unterkunft). Die Empfehlungen bestanden unter anderem aus einem Golfplatz, auf dem man Känguruhs sehen kann und einem Abschnitt zwischen zwei Flüssen, an denen man Koalas findet. Nach einer kleinen Stadttour und Mittagessen machten wir uns enthusiastisch auf den Weg. Stefan freute sich v.a. auf die Känguruhs, ich interessierte mich mehr für die knuddeligen Koalas. Erster geplanter Zwischenstopp sollte also der Golfplatz sein, der etwsa abgelegen von der großen Hauptstrasse zu finden war. Durch den Zaun konnte man von der Strasse in der Entfernung auch tatsächlich schon zwei oder drei Känguruhs ausmachen, aber die Enttäuschung war gross als wir schließlich am Eingang ankamen. “Zutritt für Känguruh-beobachter verboten!!!” Zutritt war nur für Golfspieler. Nach langem Überlegen, ob wir es nicht trotzdem wagen sollten, siegte die Vernunft bzw. die vielen Verbotsschilder und wir machten uns wieder auf den Weg. Die Konzentration galt nun der Suche nach den Koalas. Der erste Fluss wurde passiert und die Augen nach oben gerichtet in der Hoffnung in den zahlreichen Eukalyptusbäumen etwas zu erspähen. Enttäuscht wurde der zweite Fluss passiert ohne einen einzigen Koala gesehen zu haben. Nachdem ordentlich auf denjenigen geschimpft wurde, der uns das alles empfohlen hatte, ging es uns etwas besser. ;-) Und dann ganz plötzlich hatten wir doch noch Glück. Am Straßenrand hatten sich bereits andere vereinzelte Touristen versammelt. Kurzerhand stoppten wir und mit Kamera bewaffnet bestaunten wir unsere ersten zwei Koalas!!! :-D

Wieder etwas gütiger gestimmt, ging es schließlich weiter nach Apollo Bay. Weitere Zwischenstopps wurden eingespart, damit der Tagesplan auch erfüllt werden konnte (typisch deutsch). Dieser Plan sah nun so aus, dass wir in Apollo Bay Quartier nehmen wollten, Nudeln kochen und essen und danach zum Sonnenuntergang zu den 12 Aposteln (der Traum eines jeden Fotografen). Dabei handelt es sich um bis zu 60 Meter hohe, im Meer stehende Felsen aus Kalkstein. Den Bauch vollgeschlagen machten wir uns also auf den Weg. 90 km waren zurückzulegen, Erfahrenen zufolge braucht man dafür 1 ¼ – 1 ½ Stunden. Ich wurde als Fahrer bestimmt, da es sich um eine sehr kurvige Strecke handeln und Übelkeit meinerseits verhindert werden sollte. Wir hatten genug Zeit eingeplant und waren guter Dinge. Die Strecke stellte sich als wirklich sehr kurvig heraus und größere Streckenabschnitte schlichen wir mit 30-35 km/h dahin. Es kam uns unendlich lang vor und wir wurden schon etwas ungeduldig, ob wir es denn rechtzeitig schaffen würden. Dann endlich hatten wir es geschafft, die Kurven lagen hinter uns, und wir konnten das Tacho auf 100 heraufschnellen lassen. Schon waren wir etwas gelassener als plötzlich vor uns ein Van auftauchte, der mit 50/60 km/h dahintuckerte. Auf der Strecke gab es keine Überholspuren, aber sogenannte “Slow Vehicle Bays”, in die langsamer fahrende Fahrzeuge hineinfahren sollten, um die sich dahinter angesammelten Autos vorbeizulassen. Also warteten wir geduldig auf solch eine Slow Bay. Das Schild tauchte auf, ich machte mich zum Überholen bereit…. nix da. Der Van machte keinerlei Anstalten zur Seite zu fahren und setzte die Fahrt fort, mit derselben Geschwindigkeit wie zuvor. Wir waren natürlich genervt, v.a. Stefan, der immer ungeduldiger wurde. Ein Schild teilte uns mit, dass es noch 15 km bis zum Ziel sind und der Van schlich weiter dahin. Es hat ja keiner was dagegen, wenn man langsam fahren möchte, aber es wäre wünschenswert, wenn etwas Rücksicht auf die nachfolgenden Autos genommen werden und die Überholen-Lassen-Möglichkeiten genutzt werden würden. Nun ja. Ich versuchte die Ruhe zu bewahren, während Stefan gerade wieder aufbrauste, als der Van plötzlich abbremste. Stefan wollte schon … als wir feststellten, dass der Grund für die Abbremsung ein Känguruh war! Es saß mitten auf der Straße bevor es dann flux rüberhoppelte und im Dickicht verschwand. Etwas glücklicher über das erspähte Känguruh ging es im Zuckeltempo weiter. Stefan hatte nun endgültig genug, hupte und versuchte wild gestikulierend den Fahrern des Vans zu verstehen zu geben, dass sie an die Seite fahren sollten, damit nicht nur wir, aber auch die folgende Autoschlange vorbei könne. Keine Reaktion…Und so fuhren wir bis zum Ziel hinter dem Van her, der wie wir und alle anderen auch zu den 12 Aposteln wollte. :-) Stefan ließ ganze Fluchparaden ab, denn es war natürlich schon viel zu spät, aber einen tollen Sonnenuntergang gab es nicht zu verpassen, da es viel zu bewölkt war. Stefan war sichtlich enttäuscht und ich versuchte mit altklugen Sprüchen (”C’est la vie”) eher erfolglos zu beschwichtigen. “Sh.. happens” hätte wohl besser gepasst. Stefan machte dann trotzdem noch ein paar Fotos, während ich die tollen Ausblicke auf die Küste genoss. Es gab wieder viele Touristen, darunter natürlich auch der ein oder andere Deutsche. Mittlerweile war es doch schon recht dunkel und wir machten uns auf den Rückweg. Unterwegs mussten nun auch wir plötzlich abbremsen. Mitten auf der Strasse: zwei Koalas. Vorsichtig wurde das Auto zwischen beiden hindurchmanövriert. Die beiden ließen sich überhaupt nicht stören, ganz ruhig saßen sie da, schlafend, mit einem Auge vorsichtig blinzelnd, ganz nach dem Motto: ich sehe dich nicht, also kannst du mich auch nicht sehen.

Das war also unser erster Versuch, die 12 Apostel unter perfekten Bedingungen zu bewundern.

4.Tag - 12 Apostel, die Zweite

Heute ging es nun weiter entlang der Great Ocean Road mit dem Endziel Warrnambool. Es erwartete uns Regen, dichter Nebel, Wind und noch mehr Regen. Unterwegs gab es wieder mehrere Koalas zu entdecken und wir konnten den Eukalyptus förmlich riechen. Auf Empfehlung (!) verließen wir die Hauptstraße, um uns das Otway Lighthouse anzuschauen - ein Leuchtturm mit tollem Blick über die Küstenlandschaft - so sagt man. Allerdings wussten wir nicht, dass man Eintritt bezahlen muss, der uns etwas zu teuer war und so machten wir uns wieder auf den Weg.

Heute sollte ja auch Versuch Nummer zwei für die 12 Apostel gestartet werden. Der Blick zum Himmel ließ nichts Gutes verheißen, aber wir ließen uns nicht beirren und stoppten auch diesmal am Aussichtspunkt für die 12 Apostel, um die Felsen unter grauem wolkenverhangenem Himmel zu betrachten. Auf der Weiterfahrt stoppten wir an drei weiteren Aussichtspunkten und waren trotz des Wetters sehr beeindruckt von “The Arch“, “London Bridge” und “The Grotto“, die genau wie die Apostel durch Erosion durch Wellen und Regen geschaffene Felsformationen sind. Mit dem Plan am nächsten Tag bei hoffentlich besserem Wetter wiederzukommen (auf dem Rückweg nach Melbourne), setzten wir die Fahrt fort bis wir in Warrnambool angekommen waren. Nach einer kleinen Erkundung der örtlichen Begebenheiten, einschließlich Fotos natürlich, ging es noch zum Supermarkt und es gab lecker Takeaway from Thailänder.

Der Tag endete gemütlich und relaxt erst vorm Fernseher bevor es dann zur Bescherung ging. Dank meiner lieben Eltern hatten wir etwas mehr zum Auspacken neben unseren eigenen zwei kleinen Geschenke. Dazu gab es Tee und lecker Pfeffernüsse, original von Lambertz (zuvor im Supermarkt erstanden).

5.Tag - 12 Apostel, die Dritte

Das, was wir zuvor in zwei Tagen zurückgelegt hatten, sollte heute an einem Tag geschafft werden - zurück nach Melbourne. Dabei wollten wir alles das mitnehmen, was wir zuvor verpasst hatten und natürlich noch einmal die Felsformationen bestaunen, einschließlich der 12 Apostel. Und so genossen wir die Ausblicke auf das Meer und die Küstenlandschaften an der Bay of Islands und der Bay of Martyrs. “The Grotto“, die uns schon am gestrigen Tag beeindruckt hatte, war heute umso spektakulärer. Es handelt sich dabei um einen großen natürlichen Pool umringt von kleineren und eingeschlossen zwischen den Felsen, wo meterhohe Wellen gegen die Felswände schlagen. Es ist wirklich schwer zu beschreiben und am besten schaut ihr es euch auf den Fotos an. :-)

Und schließlich gelangten wir nun wirklich zum letzten Mal zu den 12 Aposteln. Die Sonne schien. :-) Juchhu. Und Stefan hatte seinen Finger schon am Auslöser. Trotz der vielen Touristen, genossen wir die tolle Aussicht bevor wir die restliche Strecke auf der etwas weniger spektakulären Inlandsroute zurücklegten. Wir übernachteten im selben Hotel und verbrachten dort einen entspannten Abend mit Lesen, Rätseln und der Planung für den nächsten Tag

Hier gehts zu den Bildern von der Great Ocean Road

Hier gehts zu den Bildern von Melbourne

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3 Responses

  1. Mathias Says:

    Ich muss mir die Fotos noch genauer ansehen, aber mir fiel auf. Der Stefan fehlt auf den Fotos. Hattest du keine Lust die Kamera aus der Hand zu geben?

  2. Björn Says:

    Hallo Kerstin und Stefan,
    habe euren Bericht regelrecht verschlungen und einzelne Szenen (z.B. Stefan flucht hinter einem langsamen Auto) konnte ich mir richtig lebhaft vorstellen.

    Viele Grüße
    Björn

  3. Chris Says:

    Hey, neue Bilder - und tolle noch dazu! :)
    Wie geht’s down under? Solltest du nicht langsam ein PhD werden?

    Viele Grüße, zur Zeit aus Stanford,
    Chris

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