Kerstin und Stefan allein in New Zealand

Archived Entry

Sommer, Weihnachten, Silvester (2. Teil)

March 30th, 2008 by Stefan

Wieder ist eine Ewigkeit vergangen und nichts hat sich an unseren Berichten getan… Nun aber!
Robi nasal

Wie im ersten Teil berichtet, ging unsere Rundreise weiter nach Rotorua, der Stadt, die am besten mit vielen rollenden R’s ausspricht: Rrrrotorrrua. :-) Allein mit dem Namen hatte ich schon eine Menge Spass. Aber noch lustiger waren Danis und Robis Gesichter, als wir die Stadttore passiert hatten. Die gesamte Gegend ist berühmt für ihre Thermalquellen und dem damit einhergehenden “einzigartigen” Geruch. Kurz gesagt riecht es überall nach faulen Eiern und das manchmal wirklich erbärmlich. Unsere beiden Hauptstädter bewiesen sich als besonders empfindlich und das Jammern über den permanenten Eiergeruch nahm für mehrere Stunden kein Ende. Auch aufmunternde Gespräche über leckere Frühstückseier und Omlette zum Abendbrot wollten da nicht helfen. :-D
Schlecker!Die Stadt selbst ist wunderschön, sehr touristisch angelegt, reich an Restaurants und Entertainment. In einem europäischen Restaurant wurde zu Dinner gespeist, der Weihnachtsabend verbracht und die Geschenke-Auspackung zelebriert. Dani und Robi bekamen einen Bilderrahmen von uns und wir bekamen im Gegenzug einen Bilderrahmen von den beiden und Susi&Björn. Wie sich die Ideen ähneln! Nach kurzer Nacht (bei geschlossenem Fenster) ging es am nächsten Morgen in den Wai-O-Tapu Park, der Thermalquellen mit prächtig gefärbten Seen und allerhand “gute Luft” versprach. :-) Danis und Robis Gesichter wieder ein Traum! Die Seen sind dank der darin gelösten Sulfate in der Tat sehr farbig und haben vollmundige Namen wie “Palette der Künstler” und “Champagner-Pool”. Überall dampft und qualmt es heiß aus der Erde, was eine seltsame Atmosphäre hinterlässt.

Am nächsten Tag ließen wir Rotorua hinter uns und steuerten Lake Taupo an. Lake Taupo ist der größte Binnensee Neuseelands und Ausflugsziel für jede Menge Wassersportbegeisterte. Unser Motel war sehr schön gelegen mit Blick auf den See. Gleich nach Ankunft ging es wieder los zu den Aratiatia Rapids. Das sind keine niedlichen Häschen sondern Stromschnellen, die sich aus einem Damm ergießen. Selbiger öffnet mehrmals am Tage seine Pforten, um eine wahre Sintflut in das Talbecken zu entlassen. Aus dem Becken fließt dann das Wasser weiter und wird zu den Aratiatia Rapids. Kajakfanatiker können sich hier auch austoben, aber ist wohl eher was für professionellere Sportsmänner und -frauen. Insgesamt durchaus eine Multi-Idylle, die die hektische Anfahrt mehr als rechtfertigte.

Craters of the MoonIn den späten Nachmittagsstunden ging es noch weiter zu den Craters of the Moon, einer Art Pseudo-Mondlandschaft, aus der Thermalquellen überall aus dem Boden dampfen. An den Mond hat uns hier allerdings nichts erinnert, eher an ein römisches Schlachtfeld nach der Schlacht: überall Qualm, Stille und “gute” Gerüche. Zum Abendausklang aber ein nettes Örtchen und der Eintritt war auch recht preiswert. In Taupo selbst werden Punkt 17.00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt und die Stadt verwandelt sich von einem wuselnenden Ameisenhaufen in eine öde Geisterstadt. Kaum ein Mensch auf der Strasse, etwas beängstigend. Wir beschlossen kurzerhand ins Kino zu gehen und einen Film zu schauen.

Nächster Stop: Turangi an den Toren des Tongariro National Parks. Eine wunderschöne zum Teil alpine Steppenlandschaft, mit großen Waldflächen und mehreren großen Vulkanen in der Mitte. Leider war das Wetter eher diesig und feucht, aber wir wagten trotzdem eine kleine Wanderung durch die Weiten des Parks. Mindestens Multi-Idylle, bei schönem Wetter sicherlich Monster-Idylle. Kerstin und ich beschlossen auf jeden Fall wieder zu kommen und das ganze bei schönem Wetter zu bewandern. (Leider war das Wetter auch beim 2. Besuch nicht besser, der 3. Versuch war zumindest teilweise erfolgreich.)

Mt. EgmontEin ähnlich schöner Nationalpark ist der Taranaki National Park nahe dem etwas größeren Städtchen New Plymouth. Die Gegend wird von einem einzigen riesigen perfekt kegelförmigen Vulkan dominiert, der aus einem herrlichen Waldgebiet herausragt und zu den höchsten Erhebungen Neuseelands gehört: Mt Egmont oder Taranaki. Der Wald ist voller moosbedeckter Bäume und Sträucher und wirklich sehr schön. Kerstin hatte sogleich stolpernderweise Bekanntschaft mit den Waldboden gemacht und dabei gekonnt das weiche Moos vermieden. ;-) Aber wie immer ist nichts weiter passiert und Engelchen bleiben natürlich unverletzt. Ab und an öffnet sich das Dickicht und gibt den Blick auf den mächtigen schneebedeckten Taranaki frei. Irgendwann werden wir diesen Berg wohl noch besteigen (einer meiner Kollegen hat es schon hinter sich und fand es nicht weiter schlimm). Mit Dani und Ronny sind wir allerdings nur einen mehrstündigen Rundgang gelaufen. New Plymouth ist ein nettes Städtchen mit schöner felsiger Küstenlinie und beschaulichem Zentrum, vielleicht etwas zu ruhig für meinen Geschmack. Wir hatten eine Weile mit dem Gedanken gespielt, evtl. noch einen weiteren Tag in Plymouth zu bleiben, aber sind dann doch zurück nach Aukland gefahren, womit eine wundervolle Rundreise ihr Ende fand…

Skytower zu SilvesterNach aller Hektik und Stress des Urlaubs ;-) , beschlossen wir die letzten Tage etwas ruhiger anzugehen. Und so wurde die übrige Zeit bei ordentlich Bier, langen Abendessen und Strandbesuchen ausgefüllt. Selbst Silvester verlief recht beschaulich, der Skytower in Aucklands Zentrum “spuckte” ein wenig Feuerwerk zu Mitternacht und ein/zwei Bierchen später war auch schon alles wieder vorbei. Die Straßen leerten sich rapide und die Kneipen schlossen dementsprechend ihre Pforten. Kein Vergleich zu den Exzessen in Leipzigs Innenstadt, was zumindest ich nicht so übel fand. Keine verrückten Teenager mit einer Kiste Feuerwerk im Gepäck, keine verirrten Raketen in Kopfhöhe, keine Knaller um die Füße… Dafür Shorts, T-Shirts und Gelassenheit. Prosit Neujahr!

Zu den Bildern (Silvester)
Zu den Bildern (Plymouth, Rotorua, Tongariro)
Zu den Bildern (Taupo, Manganui, Napier)

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